Name: Andreas Matzbacher
Wohnort: Rein (Steiermark/Österreich)
Geboren: 07.01.1982 (Steinbock) in Graz
Spitzname: Matzi, Moe, Kitzinger, SF, AA
Schulabschluss: HTL Wirtschaftsingenieur
Familienstand: ledig
Größe/Gewicht: 1.76 m / 61 kg
Auto: Opel Corsa
Essen: Alles, was es beim Italiener gibt
Getränk: Leitungswasser
Kino/Fernsehen: Actionfilme, The Simpsons, Futurama
Musik: Sportfreunde Stiller, Millencolin, Greenday
Sportarten: Snowboarden, Mountainbiken
Vereine:1998-1999 Gratkorn
2000 Birkfeld
2001 - 2003 Knittelfeld
2004 Saeco
2005 Lampre-Caffita
2006 Team Volksbank




Michaela Matzbacher
ich stand zeitlich vor andi auf,machte mir frühstück. andi kam später nach.
ich weiß noch, das ich es eilig hatte nach hause zu fahren. andi hatte nicht so den stress...er nahm den staubsauger... zuerst sein zimmer dann das wohnzimmer. ich stand auf der stiege und sah im dabei zu...warum ich das tat - ich weiß es nicht.
nachdem er alles sauber gemacht hatte, stiegen wir ins auto und gingen noch einkaufen für die feiertage.
zuhause blödelten wir mit mama.
papa kam mit oma an - wir aßen goldprasse... lecker.
anchliessend gingen mama, oma, andi und ich eine kleine runde spazieren... eine reiner-teich runde wurde es.
oma erzählte uns dabei was andi und ich in kindesjahren alles ausgeheckt hatten. kuchen und kaffee.
"stille nacht,heilige nacht" erklang aus dem radio....andi sprang auf und fuhr oma nachhhause.
papa gab ihm die autoschlüssel...
zuerst wollte ich wie ausgemacht mitfahren...andi verneinte- er käme nochmal nachhhause um den übrig gebliebenen fisch noch zu verdrücken...
18.35 andi rief mich an...."in einer halben stunde bin ich eh da".
die zeit verging....es wurde später...wir waren aus unerklärlichem grund alle 3 unruhig.
unzählige male wählten wir andi´s nummer...
21.00 ein auto fuhr vor, 2 beamte in der tür.
gefühle...man kann diese nicht in worte fassen.

Christian 'Krusty' Beham
Wenn man jemanden verliert der einem näher steht als ein Familienmitlglied,
jemanden mit dem man fast täglich Zusammen war,
mit dem man unzählige lebensgefährliche Kebabs und Pizzas verdrückt hat, nächtelang durchgezockt hat,
jemanden den man als Seelenpartner bezeichnen kann (Simpsons Season 8 Folge 165), einen very best friend eben. Hierfür gibt es einfach keine richtigen Worte. Sorry...
In den letzten paar Jahren ist wohl niemand so intensiv mit Moe zusammen gewesen wie ich. Ich habe gewusst wen er mag und wen er verachtete. Was im Team so abläuft und mit anderen Kollegen. Und er wusste auch was bei mir abging. Der tägliche Spruch von ihm: "Du brauchst keine Alte" fehlt mir Alter, er fehlt mir wirklich.
Er hat mich wieder zum Biken gebracht und ich ihn zum Snowboarden. 3 Garnituren der Volksbank Kleider hab ich von ihm und jedesmal wenn ich das Zeugs überstreif fährt er mit, for sure. Ich wusste das er schon lange mit dem Radsport als Beruf abgeschlossen hatte. Andi wollte das gleiche machen wie ich. Wir hatten grossartiges vor, eine Worldsnowtour - mit einem grossen Wohnmobil durch die Welt rocken. Ich hörs noch genau, wie du mir immer in den Ohren gelegen bist wegen den T-Shirts. Sobald ich es schaff werd ich dir eins vorbeibringen. Versprochen fix.
Er fand mein Leben genial und ich seins. Mein Leben hat eine ganz andere Richtung durch Ihn bekommen, genauso wie es nach dem Tod wieder eine ganz andere Direction einnimmt. Er war ein erstklassiges Talent, jeder der einmal seine Beine gesehen hat weiss von was ich spreche.
Meine genialsten Räusche habe ich mit ihm erlebt. Grossartige Beschimpfungsdialoge. Schöcklup- und downhills in denen er mich locker 2 mal überholen hätte können.
So Gott will war unser Spruch, werden wir gemeinsam in einer Lawine unseren Löffel abgeben. Der Tod seines Opas, ebenfalls bei einem Verkehrsunfall, ein paar Wochen vorher hat ihn tief berührt.
Um 17 Uhr des Weihnachtsabends hatten wir uns das letzte mal per sms beschimpft ...

Etwas was mich tief berührt hat ist von Christian Pömer ein paar Tage nach der Abschiedsfeier von Matzi per mail gekommen. Ich denke viele die ihn besser gekannt hatten wissen von was wir reden:

Hi Krusty,
... ich bin der, der sich bedanken muss… Ich hab mich vor Matzis Begräbnis gedrückt, weil ich absolut keine Lust auf Reden von Idioten hatte, die er selbst nie, nie, nie, nie zu einer Party eingeladen hätte, ganz im Gegenteil…
Du hast mir die Möglichkeit gegeben mich dennoch von ihm zu verabschieden und mich sogar noch inspiriert mal wieder einen meiner „Old Friends“ anzurufen und mit ihm so wie früher einen Tag am Board zu planen
...

und noch etwas wo ich glaube nichts hinzufügen muss:

Hi Krusty,
I found this homepage on the internet by coincidence. On the first day of Christmas I read my fauvorite news portal and I read a headline about the death of an Austrian cyclist champion. I read the report, and it made me curious. Well, I\'ve found this homepage this way. I saw the video, and... I started to think: if I should die, would be anyone to remember me this way. Should I deserve it at all? What did I do for my friends anyway? My all life has changed on that day. And I really recognized the importance of my friends. It wasn\'t easy. I saw my faults and sins which I committed against the people around me and my missed opportunities in a flashlight. It was dramatic, but I needed it. I returned to myself and I found my friends again. I have to thank to you. and certainly to your best friend, Andreas for it.
Kind regards Andras

Manches muss man einfach als gegeben hinnehmen, man kann es einfach nicht ändern.
Wir werden uns bald sehen mein guter alter Moe Saint Cool.
Yours, Krusty your Clown


Andreas Wünscher
Es ist jetzt ziemlich auf den Tag genau 10 Jahre her, als wir gemeinsam beim ATUS Gratkorn zusammen saßen und über die bevorstehende Saison sprachen. Du standest am Anfang einer großen Karriere. Ich hatte dich als lustigen Teamkollegen in Erinnerung.
Ein paar Jahre vergingen und du hast dich zu einem erfolgreichen Radprofi entwickelt. Obwohl wir uns in den Jahren zuvor etwas aus den Augen verloren haben, kamen wir wieder mehr und mehr in Kontakt und wurden schließlich gute Freunde. Es ist leider auch fast auf den Tag genau 1 Jahr her, als ich dein letztes legendäres Mail bekam, zu früher Stunde und mit saukomischen Inhalt.
Nur wenige Stunden, bevor du uns für immer verlassen musstest, haben wir noch telefoniert und unsere Sylvester-Feier geplant. Ich dachte, mir zerreißt es das Herz, als ich von deinem Unfall erfahren habe. Du warst ein Mensch, wie ich ihn wahrscheinlich nie wieder kennenlernen werde – als Trainingspartner, als kongenialer Fortgehpartner und als Freund. Ich vermisse dich jeden Tag und meine Gedanken werden immer bei dir sein.

Bernhard Eisel
Es ist einfach nur traurig. Man will es nicht wahrhaben, auch nach einigen Tagen nicht. Seit diesem Unfall glaube ich noch stärker ans Schicksal, denn eine Erklärung gibt es nicht. Wenn ich in der Steiermark war, haben wir öfters gemeinsam trainert. Bei Rennen haben wir uns kaum getroffen. Uns beiden wird nachgesagt, dass wir die Karrieren vernachlässigen und mehr aus unerem Talent machen könnten.

Gerhard Trampusch
Mir fehlen die passenden Worte. Ich denke beinahe jeden Tag daran. Man checkt es nicht, das Matzi endgültig von uns gegangen ist. Er war ein ganz lieber Mensch, der immer zus Stelle war, wenn man ihn gebraucht hat. Alles, was er gesagt und getan hat, hatte Hand und Fuß. Sein Charisma war geprägt von einem gesunden Sarkasmus.

Gerrit Glomser
Ich war völlig sprach- und fassungslos, als mir vom tödlichen Unfall berichtet wurde. Andi war einer der nie aufgegeben und stets gekämpft hat. Er hatte Leben in die Mannschaft gebracht und hatte den absoluten Willen, etwas zu erreichen. Bei unserer gemeinsamen Zeit bei Saecco war er gerade 21 Jahre jung.

Peter Luttenberger
Matzi war für mich früher ein angenehmer Trainingspartner, seit meinem Karrierende pflegten wir die Freundschaft. Lustige Sprüche sind ihm nie ausgegangen. Ich werde ihn als fröhlichen Zeitgenossen in Erinnerung behalten. So blöd und hart es auch klingen mag, aber ich bin der Überzeugung, auch wenn wir es jetzt nicht verstehen können, alles, was passiert ist, hatte seinen Sinn.

Rudolf Massak
Wenn einen so jungen Menschen ein derart tragisches Schicksal ereilt, ist es einfach nicht nachvollziehbar. Zwei für ihn characteristischen Geschichten werden mich immer an Matzi erinnern.
Hamilton 2003, damals ist er eine mörderisch gute WM gefahren, nur in der letzten Runde explodiert. Man hat gesehen, das er unbedingt ein super Radfahrer werden will. Dieser Fahrstil hat ein bezeichnendes Licht auf seine Person geworfen.
Dann erinnere mich noch ganz genau an die Glockneretappe 2004, als er Glomser den Sieg überlassen hat - obwohl die Kräfteverhältnisse klar für Andi gesprochen haben. Zuletzt hat er sich für mich etwas überraschend als Teamplayer zufrieden gegeben.